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Geschichten rund um das Einhorn

Wie das Einhorn zu laufen anfing

 

Am 14.10.2000 begrüßte ich - Galeristin und Begründerin - der Galerie „Das Einhorn" die schon zur ersten Vernissage sehr zahlreich erschienenen Gäste. Im Zusammenhang mit den Obsttagen auf Schloß Hundisburg wurde „Das Einhorn" an einem wunderschön sonnigen Oktoberwochenende in's Leben gerufen.
Da erzählte ich den Menschen von meinem Anliegen.


Seit langer Zeit trage ich die Idee eines großen Konzeptes in meinem Kopf, wäge ab, suche, vergleiche, zweifle, verwerfe, begeistere mich und andere, kläre, entwickle, entscheide...


Einen Teil dieses Konzeptes - eine Galerie - konnte ich mir auf Schloß Hundisburg sehr gut vorstellen. Bei zahlreichen Besuchen hatte ich die Entwicklung des Schlosses mit Begeisterung verfolgt, ich fühlte mich dort wohl, interessierte mich für den Fortgang. Also suchte ich irgendwann das Gespräch mit Herrn Dr. Blanke vom Verein Kulturlandschaft Haldensleben Hundisburg e.V.


Er war es, der mir sofort die Zusage für eine Ausstellungseröffnung im Schloßcafé zum nächsten interessanten Termin gab. Es sollten die Obsttage sein, die schon im Vorjahr ein großer Erfolg gewesen waren...Ich sagte zu.


Also hatte ich etwas mehr als einen Monat Zeit, die erste Vernissage meiner eigenen, bis dahin noch nicht existierenden Galerie, aber auch die erste Vernissage in meinem Leben zu organisieren.


„Das Einhorn" sprang ins kalte Wasser!


Ich kannte weder Künstler noch hatte ich mich in den letzten Jahren selbst intensiv mit der Kunst unserer Region beschäftigt. Von Kindheit an an Kunst herangeführt, liebe ich es, mir Museen, Galerien, Werkstätten anzusehen, mich mit der Geschichte der Kunst auseinanderzusetzen, Leben und Werk unterschiedlichster Künstler zu ergründen. Ich male, forme und modelliere, gestalte selbst und wollte auch diese hohe Schule studieren. Ideen habe ich ohne Unterlaß und jeder Tag, an dem ich kreativ tätig war, ist - obwohl oftmals auch anstrengend - erholsam wie Urlaub für mich.


Aber wer schafft es schon, im täglichen Einerlei seine Träume nicht aus den Augen zu verlieren...


Also war ich weder informiert, noch hatte ich irgendwelche nützlichen Kontakte. Aber ich hatte Mut. Und ich las die Zeitung.

 

Der damals 86jährige Karl Raabe war der erste Künstler, den ich anschrieb. Seine ersten Worte bei unserem folgenden Telefonat waren: „Ich finde das wirklich gut, was Sie da vorhaben!"


Weitere Zusagen für die erste Ausstellung erhielt ich von den Künstlerinnen Regina Müller und Gerrit Pfister.


Die Zusammenarbeit mit dem Inhaber des SchloßcafeŽs - Herrn Murlowski - und seinen Mitarbeitern gestaltete sich von Anfang an unkompliziert und angenehm.
Es ging alles so schnell und reibungslos. Es mußte einfach gut werden.
Und das wurde es dann auch...


Das Einhorn

 

Als ich dann meinen Ideen diesen Namen verliehen hatte, fragten mich einige, wie ich gerade darauf käme.


Im Mittelalter war man der Meinung, das Anlocken und spätere Einfangen dieses mythischen Wesens wäre nur durch eine allein unter einem Baum sitzende Jungfrau möglich...


Aller Art von Darstellungen und Sagen ist zu entnehmen, daß es sich um ein Tier - vielleicht auch ein Fabelwesen - mit Zauberkräften handeln muß.


In meiner Vorstellung erscheint es mir als weißes Roß mit langem Schweif und lockiger Mähne (wobei mir hierbei die Heraldiker widersprechen mögen), das Horn ist lang und spitz und sieht wie gedrechselt aus ...


Seit meiner Kindheit ist dieses Einhorn für mich das Symbol für Schönheit, Kraft, Mut, Willensstärke und Natürlichkeit.


Ich möchte alle positiven Eigenschaften, die ein Wesen in sich verkörpern kann, darin vereint sehen.


Somit wird es zum Symbol für meine Ideen.


Ich habe aber auch gehört, daß das Einhorn ein Symbol für Keuschheit sein soll.
Heutzutage ist der Begriff „Keuschheit" nicht mehr zeitgemäß. Aber er könnte auch stehen für das Bewahren und Empfinden nicht materieller Werte; für innere Moral, die jedem Menschen ursprünglich gegeben ist; für Offenheit und Flexibilität, Dinge einfach aufzunehmen, die man noch nicht kennt; für Anstand und Hilfsbereitschaft; für Ehrlichkeit und die Fähigkeit sowie den Willen, zu seinen Prinzipien zu stehen; für Zuverlässigkeit.


All das möchte ich in und mit meinen Unternehmungen in die Herzen und Gedanken der Menschen tragen - und wie könnte man das besser als mit Kunst (?!)
- mit Kunst, die Ruhe gibt zum Nachdenken;
mit Kunst, die „Zu-sich-selbst-finden" ermöglicht;
mit Kunst, die vielleicht auch aufrüttelt und anklagt;
oder auch mit Kunst, die einfach nur Spaß macht.


Ich sehe dabei in meinem Konzept, das heute schon wieder ein Stück gewachsen ist (siehe Haldensleben, Bülstringer Str. 10/12), auch andere Möglichkeiten noch als die Galerie in Hundisburg.


Aber dieses war und ist der Anfang.


Um auf „Das Einhorn" zurückzukommen und die Jagd darauf: Hoffen Sie mit mir, daß es nie gefangen wird!


Hoffen Sie mit mir, daß der Unternehmung nicht all zu viele Schwierigkeiten oder abwehrende Meinungen entgegenstehen.


Und helfen Sie mir, helfen Sie mir mit Ihren Ideen, Vorschlägen und Informationen (bitte Fragebögen ausfüllen!).


Helfen Sie mir zu kreiieren, was Ihnen gefallen wird!


Die Kunst und die Musik

 

„Das Einhorn" soll ein Ort, eine Herberge für Kunst aller Art werden. Es soll Ihnen geben, was Sie sich in Ihrer Freizeit, in Ihren besinnlichen oder streßfreien Stunden als Ihren persönlichen Ausgleich wünschen. Es soll abwechslungsreich Kunst und kulturelle Veranstaltungen kombinieren, was zueinander paßt oder auch, was ungewöhnlich miteinander wirkt. Ideen umzusetzen, ist gefragt. Es gibt kein Muß und keine Zwänge. Es gibt nur Angebote, aus denen Sie sich heraussuchen, was Ihnen gefällt.


Aber es soll auch anspruchsvoll sein können, informativ, lehrreich, interessant und neu.


Dabei sehe ich als eines der „kräftigsten Sprungbeine" unseres Fabeltieres neben dem professionellen und fachkompetenten Engagement die Auswahl unprofessioneller Künstler - Junge, Unfertige, Autodidakten, Menschen, die Kunst machen müssen, weil sie sie einfach brauchen, damit es ihnen gut geht. Oder Menschen, die lernen, sich künstlerisch auszudrücken.


All diese sollen genauso wie anerkannte und erfahrene Meister eine Möglichkeit bekommen, ihr Können zu zeigen, uns andere zu begeistern, sich auszuprobieren.


Ich werde den strahlenden Gesichtsausdruck des Markus Fatz nicht vergessen, als er während der ersten Vernissage den Beifall für seine Gitarrenstücke erntete. Dieser Junge half mir nach langem Suchen in letzter Sekunde, die Kombination von Kunst, Musik und Vortrag in ein stimmiges Verhältnis zu bringen. Seine Ausstrahlung war, was das Publikum begeisterte. Sein Können und seine Flexibilität war, was die Veranstaltung abrundete.


Mit Sascha Ziep, ebenfalls einem Schüler und noch lernenden Klarinettisten, setzte ich die begonnene Tradition, jungen Menschen ein Podium für die Erprobung ihres Könnens zu bieten, fort. Kleine Unvollkommenheiten sind dabei keine Schande, denn jeder muß es erst einmal lernen, vor Publikum aufzutreten, sein Lampenfieber in den Griff zu bekommen. Das so hervorragend zu schaffen, war das, was unser Publikum begeisterte.

 

Lassen Sie uns gemeinsam genießen: den jungen Künstler, den noch fast unbekannten Erfolg; und uns, den Spaß an einer guten Aufführung sowie am Freudestrahlen der jungen Talente!


Die Zusammenarbeit

 

Im Laufe der Tage, die ich nun in Haldensleben und Hundisburg lebe und wirke ergaben sich vielerlei Gespräche. Oft hatte ich Kontakt zu Geschäftsinhabern, zu Mitarbeitern der Stadt Haldensleben, Kulturverantwortlichen, Journalisten und zahlreichen Künstlern - mit Leuten, die versuchen, in dieser Region etwas zu bewegen.


Meist traf ich auf Menschen, denen die derzeitige wirtschaftliche Situation in unserem Land stark zu schaffen macht. Doch selten traf ich auf Resignation. Mein Angebot an all diese, gemeinsam zu arbeiten, wurde bisher immer positiv aufgenommen. Ich sehe in dieser Zusammenarbeit eine Chance, die wir ergreifen sollten. Erfolg macht Spaß. Wir wissen alle, daß es bis dahin noch ein ziemlich weiter Weg ist. Aber selbst schon der Spaß an der Zusammenarbeit ist ein Erfolg. Beispielhaft kann ich da die Zusammenarbeit mit dem „Blauen Haus", der Töpferei Stache hervorheben. Frau Stache stellte der Galerie „Das Einhorn" wunderschöne Arbeiten aus ihrer Werkstatt für eine österliche Dekoration im Schloßcafé zur Verfügung. Ein späterer Kauf ist immer möglich!


Gemeinsam bewegen wir alle mehr, als wenn wir in Konkurrenz treten würden. Dahingehend wünsche ich mir eine intensive Zusammenarbeit mit weiteren Kulturstätten und Institutionen. Erste Ansätze sind gemacht. Eine Idee wird so zu einem erfolgbringenden Konzept, daß für viele paßt und noch mehr Menschen anspricht. Lassen Sie uns die Ideen „des Einhorns" weiterverfolgen!

Ihre Birte Faßelt-Knopf


Glücklich und zufrieden:

 

Birte Faßelt-Knopf


Birte Faßelt-Knopf nach dem Hauskauf

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